Mein Leben als Autor

„Schreiben Sie doch auf, was Sie belastet!“, so der Psychologe, den ich aufsuchte, um mich mit meiner Rolle im „absurden Theater“ zu arrangieren.

So begann ich aufzuschreiben, was mich bewegte.

Nein, so war es natürlich nicht! Kein Schreiben ohne Thema. Da half es auch nicht, dass der Psychologe meinte, ich solle einfach drauflos schreiben. Ich bin Ingenieur in der Forschung und Entwicklung. Es werden von mir Ideen verlangt, aber an einen genialen Gedanken glaube ich nicht. Meine Ideen unterliegen immer einem Prozess. Ich schaute also erstmal, was die Erfahrungsberichteschreiber so veröffentlichen. Dazu musste ich nur in mein reichhaltiges Erfahrungsberichte-Bücherregal greifen.

Als wäre ich zum Schriftsteller mutiert, las ich die Berichte aus Sicht des Betroffenen und aus Sicht des Belletristik- und Sachbuchlesers. Kein Blickwinkel machte es mir schmackhaft, Erfahrungsberichte zu schreiben. Um das Projekt nicht schon vor der ersten Zeile sterben zu lassen, stieg ich nach einer erschöpfenden Fahrt von meinem melonengelben Sesselliegerad ab und legte einfach los.

Gleich der erste Abschnitt geriet eher zu einer Vorlage für eine Behindertencomedy. Je mehr ich über die Erfahrungen mit meiner Krankheit nachdachte, umso witziger wurden die Geschichten in der Erinnerung. Beim ersten Vortrag im Kreise der Familie war ich allerdings der Einzige, der die Geschichten lustig fand. Das änderte sich jedoch im Laufe der Zeit und hat mehr mit den Rezipienten zu tun als mit dem Witzfaktor der Geschichten.

Da ich schon immer ein ehrgeiziger Mensch war, war das Ziel hoch gesteckt: Eine Veröffentlichung der Geschichten in einem Verlag, der an mein Buch glaubte. Da mich das Fortschreiten der Erkrankung bei der Suche nach einem solchen Verlag links überholte, dauerte es ein paar Jahre. Im Mabuse-Verlag habe ich nun einen Partner gefunden, der mein Buch „Ernähren Sie sich salzlos!“ an die Öffentlichkeit bringt.

Bei dem Schritt hin zu einem Buchverlag haben mir Dirk Streel, „Provinzbuchladen“ Herford, und Carin Schomann, sowie die vielen HörerInnen, denen ich meine Geschichten in Lesungen vortrug, sehr geholfen. In dem Fortsetzungsroman „Rolli-Kurt“ auf dem Portal ms-gateway.de schickte ich vorab über eine Zeit von zwei Jahren zwei Personen – auf ihre Art am Rande der Gesellschaft stehend – durchs World Wide Web.

Auch eine neurologische Erkrankung darf karikiert und ironisch dargestellt werden. Sie hat auch diese Seiten. Und:

Ich darf das!